neuer song über: schleimiges blut, helle hosen und schlechte laune

menstruieren wird meist als individuelles problem der person, die menstruiert angesehen. wenn eine_r probleme mit der eigenen regelmäßigen blutung hat, wie schmerzen, schlechte laune, unwohlsein oder scham, dann gibt es meist individualisierte ratschläge: schmerzmittel, hormoneinnahme, vielfältigste hygieneangebote. die frage, was diese probleme bedingt, wird sich eigentlich nie gestellt.

es gibt kaum möglichkeiten sich im öffentlichen (und auch privaten) raum zu entspannen, längere ruhepausen einzulegen, denn alltäglicher stress und leistungsdruck sind normalität. der öffentliche raum ist so strukturiert, dass menschen, die regelmäßig bluten mit ihren bedürfnissen nicht berücksichtigt werden. da kommt bei mir schnell die frage auf: wer hat wesentlichen einfluss und macht gehabt, diese räume zu strukturieren?

über das bluten selbstverständlich zu sprechen ist schwierig, noch schwieriger ist es aber zuhören zu können und zu wollen. es muss unbedingt verborgen bleiben. die vorstellung, sichtbare blutflecken an der hose oder blutflecken an den beinen zu entdecken, sind für die meisten mit riesengroßer scham besetzt. ich finde das zum kotzen!
es gilt immer noch als etwas ekliges, als unhygienisch, schmutzig, unrein. dann gibt es auch nicht diese merkwürdigen sätze wie „tante rosa ist zu besuch“ oder „ich surfe auf der roten welle“- kann es nicht einfach als das benannt werden, was es ist? BLUUUUUUT!

der schlechte-laune-mythos nach dem motto „hast du gerade deine tage?“ ist für mich auch so ein ärgernis- es liegt nicht an meinem hormonspiegel oder sonstwelchen beschissenen erklärungsmustern, es liegt am gesellschaftlich vorherrschenden frauenbild – also das bild von menschen, die als frauen gelesen werden und von denen ausgegangen wird, dass sie regelmäßig bluten [sic]*. wenn sie den mund aufmachen, laut und wütend sind, dann- hach ist das bequem- liegt das an körperinneren vorgängen und nicht am umgang mit dem bluten und an vielfältiger anderer gesellschaftlicher kackscheiße, mit der eine_r sich tagtäglich auseinandersetzen muss. bluten ist politisch und geht alle etwas an!

* [sic] soll darauf hinweisen, dass die annahme frauen würden regelmäßig bluten falsch ist. in dieser gesellschaftlich vorherrschenden annahme wird deutlich, dass frauen als gruppe verstanden werden, die gemeinsame körperliche merkmale und vorgänge teilen. das ist in vielerlei hinsicht biologistisch_essentialistisch_naturalistisch_sexistisch_.

den songtext findet ihr hier

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