Allgemein

Respect My Fist bei der Fête de la Musique in Berlin

*english version below

Was? Open-Air Bühne zur Fête de la Musique
Wann? Dienstag, den 21.06.2016 zwischen 16.30- 22 Uhr
Wo? auf der Terrasse vom teeny Musik treff

mit dabei sind:

Bands/Acts aus dem teeny Musik treff, der Schilleria, der Georg-von-Giesche-Schule und der Musikschule Fanny Hensel (Room 2L8)

http://teeny-musik-treff.de.tl/
http://schilleria.blogspot.de/
http://www.georg-von-giesche-schule.de/
http://www.berlin.de/musikschule-mitte/

… und weitere Musiker_innen:

Yansn (Rap)

Josh und Nash (Rap)

Fritzi Noirhomme (International Soul)

Spaze Warlords (Experimental Skate-Jazz)

Respect My Fist (Feminist Punk Music)

Die Veranstaltung und eine Toilette ist mit dem Rollstuhl zu erreichen.

Es wird Erfrischungsgetränke, Kaffee und Kuchen und Snacks geben.

Wir freuen und auf euch!

Präsentiert vom teeny Musik treff & Ruby Tuesday e.V.

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*english version

What? Fête de la Musique Open Air Stage
When? Tuesday, 21st of June between 4.30 – 10 pm
Where? On the terrace of teeny Musik treff

with:
Bands/Acts from teeny Musik treff, Schilleria, Georg-von-Giesche-School and Musicschool Fanny Hensel

and following musicians:

Yansn (Rap)

Josh und Nash (Rap)

Fritzi Noirhomme (International Soul)

Spaze Warlords (Experimental Skate-Jazz)

Respect My Fist (Feminist Punk Music)

The event and one toilet is wheelchair accessible.

There will be drinks, snacks, coffee and cake.
Looking forward to see you there!

Presented by teeny Musik treff & Ruby Tuesday e.V.

Respect My Fist Birthday Party

On Friday 16th, we‘ll celebrate our 5th anniversay at subversiv / brunnenstraße 7 together with Make Music Not Love, Powerpunk grrrlz and The Mis-Made. 9 pm entry, 10 pm start. Come and join us! this is also a soli concert for Ruby Tuesday Rock und Hip Hop Camp for girls, trans* and inter* kids and teens.

We also need your help for the bar and entrance as well as one person responsible for the technics. Please contact us via mail: respectmyfist at riseup dot net.

the awesome flyer / poster motive is brought to you by our beloved tour manager, comic artist and illustrator Henna. Check out her work on >> http://ahypoth.tumblr.com/

Summer-Tour in August! Help needed!

summertime is tour-time! last year we went to austria and slovenia in august, this year we‘re driving through scandinavia with erring soda. exciting. there are a few gigs left, especially in sweden, so if you can help us out or know someone who can or know a venue where we can play (it doesn‘t have to be in the exact same cities), drop us a message, leave a comment or write us respectmyfist@riseup.net // thanks. and: spread the word!

7 FRI Rostock @jaz

8 SAT Malmö w Malmö Transcore & Unicorn Punx @Karavan

9 SUN Göteborg @128:A

10 MON Oslo @Squat Blitz

11 TUES Stockholm – HELP NEEDED!!

12 WED Eskilstuna – HELP NEEDED!!

14 FRI Turku @Kirjakahvila

15 SAT Tampere @Vastavirta Club

16 SUN Helsinki @Kupoli

18 TUES Somewhere near Stockholm – HELP NEEDED!! (RMF only)

19 WED Katrineholm – HELP NEEDED!! (RMF only)

20 THU Linköping – HELP NEEDED!! (RMF only)

21 FRI Copenhagen (RMF only)

22 SAT Hamburg (RMF only)

Ängste sind politisch

Ausgangspunkt für diesen Text und die Lyrics war „Räume & Ängste“ von lantzschi

Menschen haben Angst, fühlen Angst, besitzen verschiedene Ängste. Wenn sie diese verbal oder körperlich wahrnehmbar für andere zum Ausdruck bringen (können!), begegnet ihnen meistens Unverständnis und Ignoranz: „Was ist dein Problem?“, „Ist doch nicht schlimm“, „Hab dich nicht so“ sind Reaktionen, die die Erfahrungs- und Erlebenswelten von Personen mit Ängsten herunterspielen und dem Befinden oder den Bedürfnissen dieser Personen keinen Platz einräumen. Die einfachen und empathischen Fragen „Wie geht es dir gerade?“ oder „Was brauchst du jetzt?“ werden selten gestellt. Was bleibt, ist die Frustration darüber, dass Ängste das Problem derer sind, die sie haben.

Obwohl Ängste Reaktionen auf oder Folgen von Diskriminierung und Traumatisierung sein können, spielen auch in aktivistischen Kontexten die gesellschaftspolitischen Zusammenhänge/Hintergründe von Ängsten und deren Folgen für Betroffene1 selten eine Rolle. Anstatt zu versuchen Veranstaltungen, Räume und Gruppen barrieresensibel zu gestalten2, sich gegenseitig wahrzunehmen und zu unterstützen, werden (neoliberale) Logiken der Selbstoptimierung, des Funktionieren-Müssens und Vereinzelung fortgeschrieben. Das spiegelt sich auch in den Umgängen mit verschiedenen Diskriminierungen wie bspw. Klassismus, Sexismus und Rassismus wider: Aktivistische Kontexte sind meistens nach den Selbstverständlichkeiten und Bedürfnissen derer ausgerichtet, die von diesen Diskriminierungen nicht betroffen sind. Alle anderen müssen sich anpassen, um hineinzupassen. Welche mentalen und körperlichen Anstrengungen dafür nötig sind, besonders dann, wenn Diskriminierung nicht nur über Zugang und Raumstruktur, sondern auch über Personen stattfindet, ist fast nie Teil der Auseinandersetzung. Die großzügig erteilten Absagen an verschiedene Diskriminierungen, die Wände und Einladungen zieren, bleiben deshalb bloße Lippenbekenntnisse.

Empfinden, Erleben und Wahrnehmen von Menschen, die Diskriminierung ausgesetzt sind, sollten stärker politisiert und nicht einer umfassend diskriminierenden Norm von „Rationalität“, „Vernunft“ und „Wahrheit“ untergeordnet werden. Welche Reaktionen rational begründet und vernünftig sind, was „tatsächlich“ passiert, ist für jede Person je nach sozialer Positionierung unterschiedlich.

Zu den Lyrics

  1. z.B. psychologisierende Zuschreibungen und Pathologisierungen/ Diagnose-Stellungen sowie damit einhergehend psychiatrisch-psychotherapeutische Zwangs_Behandlungen. [zurück]
  2. vgl. http://riotnrrrd.blogsport.eu/2014/01/30/platz-da & Bretz/Lantzsch (2013): queer_feminismus. label & lebensrealität, unrast verlag münster, 30-31. [zurück]

über das in frage stellen von freiheitskonzepten, schwesterlichkeit und ‘wir’-bezügen

freiheit – ein konzept, das in den unterschiedlichsten zusammenhängen aufgerufen und verteidigt wird, um strukturelle diskriminierungen (wie rassismus, klassismus, sexismus, ableismus1) aufrechtzuerhalten. häufig als reaktion (oder anders: abwehr) auf kritik an diskriminierendem handeln. da wird sich dann auf die freiheit der kunst berufen um sich nicht mit dem eigenen diskriminierenden kunsthandeln auseinandersetzen zu müssen oder verständnisse von kunst zu hinterfragen.

kritik an diskriminierender sprache wird als individuelles problem der person abgetan, deren empfindungen herangezogen werden. strukturell ausschliessende und gewaltvolle räume, zugangsbarrien oder vermeintlich neutrale qualitätsstandards werden zu: „die person ist einfach nicht gut genug“, „stil, verhaltensweise, genre passt nicht“ oder „sie hat sich nicht genug angestrengt“.

verbunden mit der bezugnahme auf dieses freiheitskonzept ist, dass geleugnet und/oder nicht wahrgenommen wird, dass es ungleiche gesellschaftliche machtverhältnisse gibt. es können sich nicht ALLE frei bewegen und entfalten. es können nicht ALLE gleichermaßen sprechen, schreiben, singen oder sich anderweitig äußern und werden damit wahrgenommen oder gehört. das hängt immer auch davon ab, wie die jeweiligen personen oder gruppen in bezug auf gesellschaftliche machtverhältnisse positioniert sind, welche barrieren und gewalt sie erfahren. meiner wahrnehmung nach sind weiße ableisierte mittelschichts hetero cis-typen sehr häufig ganz vorn mit dabei, wenn es um die verteidigung ihrer freiheit geht, die sie als allgemeingültig setzen.

meine kritik an dem konzept freiheit richtet sich also gegen die verteidigung der freiheit oder die annahme von freiheit (der meinung, der wahl, der kunst etc.) aus einer perspektive oder position, welche bestehende diskriminierungen und privilegierungen aufrecht erhält oder gar nicht erst wahrnimmt. nicht bezugspunkt meiner kritik sind emanzipatorische bestrebungen nach freiheit. im sinne von befreiung, also dem wunsch nach erlangen von mehr freiheit, welche in bezug zu bestehenden strukturellen diskriminierungen gesetzt wird.

dass die annahme allgemeiner freiheit – neben gleichheit und brüderlichkeit – als ein prinzip der aufklärung auf allen möglichen ebenen ziemlicher – istischer bockmist ist, ist jetzt auch nichts neues. hat sich in bestimmten emanzipatorischen und kritischen zusammenhängen ja auch schon rumgesprochen. oder auch: ist erfahrungswissen und gewaltvolle lebensrealität. aber es ist schon erstaunlich, wo dieses wissen überall noch nicht angekommen ist. (eine auflistung von zeitschriften, künstler_innen, politiker_innen, wissenschaftler_innen, theaterleuten, konzertveranstaler_innen erspare ich mir jetzt mal…)

die annahme von freiheit – gleichheit – brüderlichkeit eint, dass es nur durch das leugnen von machtverhältnissen möglich ist sich auf diese konzepte zu beziehen. aber auch in weiß dominierten feministischen zusammenhängen, in der zwar brüderlichkeit kritisiert, aber dafür eine universelle schwesterlichkeit aufgemacht wird und von einem „wir“ die rede ist, findet eine leugnung statt: und zwar das nicht-wahrnehmen und nicht- anerkennen von mehr als nur einem sehr eingeschränkten verständnis von sexismus. keine kritik an der zweigeschlechterordnung, kein_kaum raum für differenzen untereinander und vielfältige nicht verallgemeinerbare erfahrungen aufgrund von mehrfachzugehörigkeiten.
das aufrufen eines über sexismus diskriminierten „wir“ aus weiß und cis positionierter perspektive – zum beispiel in unseren eigenen songtexten – ist immer auch problematisch und vereinnahmend. eine bezugnahme von weißen personen auf “sisters” ist ausschließend und verschiedene trans*positionen und mehrfachzugehörigkeiten, beispielweise in bezug auf rassismus2, nicht mitdenkend. somit diskriminierend.

auf neue_andere_herausfordernde_kritische_radikalere texte!

Zu den Lyrics

  1. „Ableismus oder Ableism bezeichnet eine Diskriminierungspraxis gegenüber Menschen, denen körperliche und/ oder geistigen „Behinderungen“ und/ oder Einschränkungen zugeschrieben werden. Auf gesellschaftlicher Ebene werden soziale Ausgrenzungstendenzen und Vorurteile durch institutionalisierte Formen untermauert und gefestigt.“ Diese Erklärung ist folgender Seite entnommen >> http://www.genderinstitut-bremen.de/glossar/ableismus.html
    Auf dieser Seite finden sich auch weitere (knappe) Erklärungen zu (unter anderem) strukturellen Diskriminierungen. [zurück]
  2. in Schwarzen und communities of Color werden manchmal die begriffe bruder/brother und schwester/sister verwendet, um sich auf eine kollektive erfahrung mit rassismus zu beziehen. zu dieser verwendung und einem widerständigen begriff von ‚freiheit’ siehe auch das gedicht ‚grenzenlos und unverschämt’ (1990) der Afrodeutschen autorin und aktivistin May Ayim >> http://ecoleusti.wordpress.com/2013/08/09/may-ayim/ [zurück]